Wandel

Mir ist aufgefallen, dass ich in diesem Blog oft über Veränderungen schreibe. Der Grund dabei liegt vermutlich darin, dass Veränderungen sehr viel Bedeutung zugeschrieben werden, dass Veränderungen Abschlüsse und Anfänge definieren und dadurch einen persönlich sehr stark treffen können. Doch Veränderungen sind gut, notwendig und manchmal der einzig richtige Schritt. Wenn es um globale Krisen auf Grund alter Verhaltensmuster geht, wenn es um vorherrschende Umgangsformen hoher Politiker:innen geht, oder wenn es um Abschlüsse von Lebensabschnitten geht.

Bei den ersten beiden Beispielen können wir als Personen nicht immer viel bewirken, wir können unseren Teil tun, gegen bestimmte Maßnahmen oder Persönlichkeiten protestieren, für Veränderung werben und diese bewirken – wir können unseren Beitrag leisten. Doch wenn einem/einer am Ende eines Abschnitts unzählige Türen offen stehen, dann können wir, wir ganz alleine, entscheiden, welche wir durchstreiten. Natürlich stehen uns Freunde und Familie zur Seite, unterstützen uns und beraten, doch sie machen die Türe nicht auf, sie gehen nicht für dich durch diese Tür – das musst du ganz alleine machen.

Ich habe gerade so einen Wandel, so eine Veränderung, so einen Beginn eines neuen Lebensabschnitt erlebt – und ehrlich gesagt, bin ich enttäuscht. 19 Jahre lang habe ich in derselben Stadt gelebt. Noch vor der Matura, sogar noch vor der Oberstufe war mir klar, dass mich nichts in Graz hält. Egal was, einfach nur weg, das war mein Ziel. Große Überlegungen waren eigentlich nicht notwendig, ich wollte nach Wien, ich wollte in diese wunderschöne Stadt, ich wollte sie zu meiner neuen Heimat machen. Aber ich habe warten müssen, die Matura bestehen, den Zivildienst leisten und hoffen, dass Corona nicht alle meine Träume zerstört.

Doch jetzt habe ich endlich diesen Schritt gemacht, ich habe meinen Traum erfüllt und bin ausgezogen. Ich war natürlich sehr angespannt, nervös, unsicher und auch sehr emotional (auch wenn ich versucht hab, das nicht zu zeigen – ein ganz anderes Thema).

Aber diese Veränderung, dieser Auszug aus dem gewohnten Leben in Graz ist nicht so anders, wie das neue Leben in Wien. Es ist anders, ja. „Mein“ Zimmer (warum das in Klammer steht, erläutere ich später oder ein anderes Mal noch) in Graz ist anders zu „meinem“ Zimmer in Wien (auch steckt mehr dahinter, jedoch etwas anderes), doch ich selbst fühle mich nicht großartig anders.

Ich hatte keine richtigen Erwartungen, wie mein Abschied aus Graz sein wird – natürlich hat man Bilder im Kopf von großen Hollywood-Abschiedsszenen, in denen die ganze Familie mitfährt und alle weinend sich verabschieden. So einen Abschied wollte ich nie, ich wollte selber entscheiden, wie ich mich verabschiede, ich wollte alleine nach Wien fahren. Und ich bereue diesen Schritt kein bisschen. Jedoch…

Foto von Philipp Deus von Pexels

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