Es gibt wohl kein Drumrum – der Elefant im Raum muss angesprochen werden. Menschen auf der ganzen Welt sind in ihren eigenen vier Wänden gefangen. Eine tödliche, ansteckende Krankheit hält die Menschheit in ihrem Band.
Alles begann im Dezember des vorigen Jahres. In der chinesischen Stadt Wuhan wurden einige Erkrankte mit einer Lungenkrankheit in die Spitäler aufgenommen. Im Jänner erkannte man, dass diese Krankheit durch einen neuartigen Coronavirus, SARS-CoV-2, hervorgerufen wird. Es wurden schnell Maßnahmen gesetzt, um die Ausbreitung dieser Krankheit zu verhindern. Die Region rund um Wuhan wurde für mehrere Monate komplett unter Quarantäne gestellt, doch es dauerte nicht lange bis andere Länder die ersten Infizierten meldeten. Südkorea, Iran und auch Italien verzeichneten außergewöhnlich viele Fälle. Damit hatte Corona die Grenzen Österreichs erreicht und wurde für viele zu einer realen Gefahr.
Doch die österreichische Bundesregierung reagierte schnell und ließ mit gerade einmal 300 Erkrankten alle Universitäten, Schulen, Kindergärten und in späterer Folge auch Geschäfte schließen. Dies führte bei vielen zu Ängsten, Panik und Ungewissheit, sodass Hamsterkäufe, Existenzängste und Unbehagen in allen Gesellschaftsgruppen tägliche Phänomene waren. Selbstständige, Angestellte aber auch Maturanten, wie mich, fragten sich, wie diese Krise sich auf ihr gewöhnlich geregeltes Leben und ihre Zukunft auswirken wird. Durch Hilfsprogramme für Unternehmer, Home-Officing und E-Learning sollte der Alltag virtuell aufrechterhalten werden. Das Ziel ist durch eine Verminderung der sozialen Kontakte die Anzahl der Angesteckten auf einen größeren Zeitraum auszubreiten. Dies bedeutete auch Beschränkungen im täglichen Zusammenleben. Großeltern durften ihre Enkel nicht mehr sehen, Freunde sich nicht mehr treffen und alle sollten stehts 1,5 Meter Abstand zu Fremden halten.
Für die meisten Schüler war das vermutlich ein großer Traum, der endlich wahr wurde, die „Coronaferien“. Keine Schule für Wochen, nur gelegentlich ein paar Aufgaben und täglich mehrere Stunden Zeit für Computerspiele, Filme oder Serien. Für mich als Maturant war diese Krankheit wohl das Schlimmste. Wertvolle Stunden an Vorbereitung verloren, ein Fehlen an Übung und, als Kirsche auf dem Eisbecher, eine abgespeckte Variante der Matura, die keinen mündlichen Teil vorsieht. Zusätzlich zu alledem darf ich meine Freunde nur noch durch einen Bildschirm treffen, darf ich meinen Geburtstag und Ostern nicht mit meiner ganzen Familie feiern.
Auch wenn es so wirkt, als würde das Negative die Oberhand gewinnen, gibt es stets auch positive Effekte. Durch diese ganze Corona-Krise kann sich jeder endlich mit ewig aufgeschobenen Vorhaben beschäftigen, eine neue Sprache lernen, endlich das Buch lesen, sich mit der String-Theorie auseinander setzten oder vielleicht auch einen Blog starten, auf YouTube aktiv werden und Sport machen.
Diese Zeit ist auf gar keinen Fall eine einfache, doch wir alle können sie uns ein bisschen einfacher machen indem wir uns vom Eingesperrtsein ablenken und das beste aus der Situation machen. Denn wie Goethe einst schrieb: „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.“
