Der Mensch und seine Macken.

An einem Tag kann man noch seinen Job haben, am nächsten wird man aus heiterem Himmel gefeuert. An einem Tag kann man noch Zeit mit den Menschen verbringen, die man lieb gewonnen hat, am nächsten ist man völlig allein und verloren. An einem Tag kann man glücklich und zufrieden sein, am nächsten ist die Welt untergegangen.

Es ist schon komisch, wie sehr der Mensch die Kontinuität, die Vorhersehbarkeit und Planbarkeit von Ereignissen liebt, während er die Spontanität, den Zufall und die Willkürlichkeit verabscheut und vermeidet. Solange alles so bleibt, wie es war und es auch in Zukunft so bleiben wird, ist die Welt heil – auch wenn dadurch Unheil über uns bricht. Menschen möchten sich nicht verändern, selbst wenn ihr Leben auf dem Spiel steht – so ist es einfacher und bequemer.

Ich gehöre selbst zu jener Sorte Mensch, die gerne alles im Vorhinein bis auf das kleinste Detail geplant haben möchte und vom Skript nur ungern abweicht. Jeder Schritt, jeder Satz, jede noch so kleinste Tat wird zig Mal überdenkt, angepasst, verändert oder gestrichen. Solange bis ich annähernd zufrieden damit bin. Doch so läuft die Welt nicht. Wenn ich ein Leben führe, das genau auf diesem Prinzip beruhe, ziehe das Leben an mir vorbei. Ich hätte nichts von der schönen Zeit auf diesem, auf unserem Planeten.

Auch wenn ich mittlerweile realisiert habe, dass nicht immer alles nach meinem Plan verlaufen kann, verfalle ich trotzdem noch viel zu oft in alte Muster. Denn diese Einsicht habe ich leider noch nicht in den wichtigen Aspekten des Lebens gewonnen. Wenn es wirklich darauf ankommt, bin ich doch immer noch zu vorsichtig, zu langsam und vor allem zu unflexibel.

Der Mensch ist schon eine komische Kreatur. Er sagt, er würde sich bessern, doch er verfällt zu oft in alte Muster, die seinen unausweichlichen Untergang beschleunigen.

Foto von Kathy Jones von Pexels

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