Der Sand unter den Füßen, atemberaubende Architektur an jeder Straßenecke, die Sichtung exotischer Tiere. Beeinflusst durch sentimentale und nostalgische Videos, die ich in den letzten Wochen anschauen, bearbeiten und zusammenstellen durfte, bin ich zur Entscheidung gekommen, dass das Reisen etwas Schönes ist.
Jeder Ort, egal wo, egal für wie lang, egal bei welchem Wetter, ist für diese Zeit das Paradies auf Erden. Selbst Jahre später können wir uns noch an die kleinsten Details der Reise erinnern und diese penibel genau beschreiben. Selbst Jahre später sehnen wir uns an diese Zeit zurück, die so einfach schien. Selbst Jahre später werden wir von der Nostalgie übermannt, wenn wir die zahllosen Bilder und Videos ansehen. Jugendliche und Erwachsene arbeiten ein ganzes Jahr auf diesen Moment drauf hin, an dem die Ferien oder der Urlaub endlich ausgerufen wird. Und wenn es wieder zurück zur Schule und zur Arbeit heißt, wünschen wir uns wieder diese schönen, netten und einfachen Wochen herbei – wem kann man das übel nehmen? Bei der Unendlichkeit an Paradiesen auf Erden, die nur wenige Stunden entfernt sind kann die Sehnsucht kaum groß genug sein.
Gerade jetzt, da wir alle in unseren 4 Wänden eingesperrt sind, scheint das Begehren nach Urlaub größer denn je zu sein. Die Tage sind eintönig und monoton, die Umstände furchteinflößend und die Zukunft ungewiss. Auch wenn diese Wochen eine Art Zwangsurlaub oder -ferien sind, werden sie nicht als diese wahrgenommen. Eine Woche voller Abwechslung, voller Eindrücke, voller Glückseligkeit und völligem Freisein wäre jedem gegönnt. Eine Woche am Strand von Malibu, in den Straßen Amsterdams oder in den Tiefen des Dschungels von Afrika, danach sehne ich mich gerade.
Doch die Realität sieht anders aus. Statt im Meer zu baden, sitze ich an meinem Schreibtisch während der Regen gegen mein Fenster klatscht. Statt dem langersehnten Trip durch Amsterdam, sitze ich in meinem Zimmer und versuche mir neue Wege der Beschäftigung zu suchen. Statt mir unbekannten Tieren sehe ich tagein tagaus die gleichen Dinge. Und dem allen nicht genug werde ich auch in den kommenden Monaten nicht viel mehr als die Decke über meinem Kopf sehen können. Ach, wie wäre das Reisen schön! Ich muss mich zwischenzeitlich mit Videos und Bilder vergangener Reisen begnügen. Ach, wie ich das Fremde, das Neue, das Reisen vermisse!
