Es ist schon komisch, wie manche Vorfällen, manche Neuigkeiten, manche Veränderungen im alltäglichen Leben diesen simplen Punkt unter Beweis stellen. Ob es wichtige Nachrichten aus aller Welt, unwichtige Nachrichten oder einfach nur kleine Veränderungen in unser eigenen, kleinen Welt sind – der Mensch ist ein Gewohnheitstier.
Wir alle kennen diese Normen, Statuten, Vorurteile, die uns täglichen begleiten. Diese nicht vereinbarten Regeln, wie man sich zu verhalten hat, wie man sich kleiden soll, einfach, wie man sich präsentieren soll. Ein Politiker muss in Sakko, Anzugshose und Business-Schuhen – da ist es fast nur logisch, dass eine heftige Diskussion stattfindet, wenn der neue Gesundheitsminister mit Jeans und Sneaker zur Angelobung auftaucht. Irrsinniger wird es, wenn nationale sowie überregionale Zeitungen diese Diskussion aufgreifen und Pro-und-Kontra-Artikel veröffentlichen – als gäbe es nichts Wichtigeres zu berichten in dieser Welt. Was hat das äußerliche Erscheinungsbild mit den Kompetenzen und Fähigkeiten eines Menschen zu tun? Aber wehe jenem, der in einer Zeit, in der man in Unterhose in einem Meeting sitzen kann, die gemütlichen, natur- und menschenfreundlichen Treter bevorzugt.
Doch der menschliche Hass gegenüber Veränderungen kann auch in kleinerem Stil beobachtet werden und muss nicht in den Medien ausdiskutiert werden. Denn selbst eine kleine Abänderung des gewohnten Dienstplanes kann in einem verkorksten Schlaf-Wach-Rhythmus führen und das Gemüt stark beschädigen. Auch Motivation und Antriebskraft können beleidigt werden. Das Resultat – eine Woche, in der man nichts machen kann und nichts machen will. Eine Woche, in der man sich nur nach seinem Bett sehnt. Und wie reagiert das Gewohnheitstier Mensch darauf? – Er formt neue Abläufe, neue Pläne und gewöhnt sich daran…
irgendwann halt
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